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Erdbeeren selber anbauen: Meine Erfahrungen mit der Sorte Senga Sengana

Erdbeeren selber anbauen Tipps zum richtigen Standort, der Pflege und Bewässerung

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Erdbeeren selber anbauen ist nicht schwer. Mit der richtigen Sorte und etwas Pflege können auch Anfänger ab Mitte Juni viele rote Früchte ernten. Meine Erfahrungen aus den letzten beiden Jahren mit der Sorte Senga Sengana habe ich euch einmal zusammengefasst. 

Welche Sorte eignet sich für Anfänger?

Bevor ich im vergangenen Jahr das erste Mal Erdbeeren selbst angebaut habe, dachte ich, es gibt vielleicht so zehn oder fünfzehn Sorten. Im Supermarkt steht ja fast nie, um welche Sorte es sich handelt und irgendwie hatte ich mir nie viele Gedanken darum gemacht.

Dann stand ich im Frühling im Gartencenter vor den vorgezogenen Erdbeerpflanzen und war schon mit dem Angebot dort etwas überfordert. Dabei war die Auswahl dort nicht riesig. Denn allein in Deutschland werden ca. 100 Sorten angebaut, weltweit sind es fast 1.000. Diese Dimension war mir nicht klar.

Da ich als Anfänger nicht irgendwas Exotisches anbauen wollte, entschied ich mich für die Sorte Senga Sengana. Mit ihr habe ich nun in zwei Jahren reichlich Erfahrung sammeln können und möchte euch diese gerne weitergeben, da ich die leckeren Früchte der Senga Sengana einfach liebe.

Erdbeeren selber anbauen Tipps zum richtigen Standort, der Pflege und Bewässerung

Was zeichnet die Sorte Senga Sengana aus?

Die Erdbeersorte Senga Sengana ist hervorragend für Anfänger im Erdbeerbusiness geeignet. Sie hat eine kräftige Farbe, kegelförmige Früchte und ist äußerst aromatisch. Und das Allerwichtigste: Diese Gartenerdbeere ist robust und ihr könnt nicht viel falsch mit ihr machen.

Züchter der früher mit am häufigsten angebauten Sorte ist Reinhold von Sengbusch aus der Nähe von Hamburg. Seit den 50er-Jahren ist seine Erdbeersorte im Handel. Laut Wikipedia ist sie die erste Sorte, die man tiefgefrieren kann.

Wie pflanze ich Erdbeeren?

Ich habe die Sorte zusammen mit Tine im Internet in der Frigo-Variante erworben. Das bedeutet, die Erdbeerpflanze ist gekühlt und wird euch nicht komplett als vorgezogene Version mit Blättern und Co. geliefert, sondern lediglich mit Wurzeln und Kopf. Das sieht vielleicht auf den ersten Blick komisch aus, aber ich habe sehr gute Erfahrungen beim Anpflanzen im Freiland mit der gekühlten Variante gemacht. Lasst euch davon also nicht abschrecken.

Angewachsen sind auf unserem Acker alle, lediglich zwei Pflanzen in zwei Jahren sind etwas klein und mickrig geblieben, haben aber dennoch auch Früchte getragen. Am besten pflanzt ihr die Erdbeeren im April oder Mai ins Freiland. Ich habe immer bis nach den Eisheiligen gewartet, also Mitte Mai mit dem Pflanzen begonnen. Ihr könnt aber auch locker noch bis Mitte Juni Erdbeeren ins Freiland auspflanzen.

Dazu einfach mit einer Handschaufel ein Loch graben, die Wurzeln der Pflanze vollständig mit Boden bedecken und ca. 30 Zentimeter Abstand zur nächsten Pflanze lassen. Da die Erdbeerpflanze der Sorte Senga Sengana recht buschig wächst, achtet darauf diesen Abstand wirklich einzuhalten. Abschließend gut gießen. Wer Unkraut vermeiden will, gießt wirklich nur an die Pflanze und nicht zwischen den Pflanzen.

Erdbeeren selber anbauen Tipps zum richtigen Standort, der Pflege und Bewässerung

Welcher Standort ist der richtige?

Grundsätzlich hängt die Wahl des Standortes natürlich davon ab, wo man so in Deutschland wohnt, welchen Boden man hat oder ob man gar nicht im Freiland, sondern auf der Terrasse oder auf dem Balkon anbaut. Das Schöne bei Erdbeeren: Sie gelingen fast immer, wenn man ein paar Kleinigkeiten beachtet.

Erdbeeren anbauen im Freiland

Der Standort sollte hell und sonnig sein. Unser Boden im Freiland ist mit organischen Materialien vorgedüngt. Das scheint gut zu sein, jedenfalls wachsen innerhalb weniger Tage erste Blätter und auch die erste Blüte ist bereits wenige Wochen nach Anpflanzung zu sehen.

Erdbeeren anbauen auf dem Balkon

Ich habe zwar keine Erfahrungen damit machen können, aber anscheinend eignet sich die Erdbeersorte auch für den Anbau in Kübeln auf der Terrasse, im Garten oder dem Balkon. Wenn ihr Erdbeeren im Tontopf anbaut, müsst ihr bei Wärme natürlich viel mehr gießen als im Freiland.

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Pflegetipps

Der Sommer im vergangenen Jahr 2018 war äußerst trocken. Viele Monate regnete es gar nicht. Während das den Kohlsorten in meinem Garten ziemlich egal war, hatte ich das Gefühl, dass den Erdbeeren diese Trockenheit nicht so gut bekam.

Das richtige Gießen

Um schöne, große Früchte zu bekommen, ist es wichtig, regelmäßig zu gießen. Diese Angabe hasse ich jedoch ziemlich, weil was bitte heißt regelmäßig? Ich habe ein Mal in der Woche kräftig gegossen als es sehr warm war. Das war anscheinend zu wenig. Die Früchte waren zwar lecker und zahlreich, aber auch echt klein.

Achtet beim Gießen der Erdbeeren darauf, abgestandenes Wasser zu benutzen, das nicht eiskalt aus der Leitung kommt. Am besten gießt ihr morgens oder abends, wenn es sich abgekühlt hat. Dazu immer unter die Blätter an die Nähe der Wurzeln gießen und nicht die Blätter beregnen. Im ungünstigsten Fall verbrennen euch die dann in der Sonne.

Wenn ihr euch unsicher seid, ob es Zeit ist zu gießen, testet die Erdoberfläche. Sie sollte auf jeden Fall angetrocknet sein. Wenn ihr die Erdbeeren nicht im Freiland sondern auf der Terrasse im Kübel habt, würde ich glaube ich bei Hitze sogar mehrfach am Tag gießen. Wind und Wärme lassen der Erde oft sehr schnell austrocknen.

Warum mulche ich Erdbeeren?

Hinter dem Wort Mulchen verbirgt sich im Grunde genommen nichts anders als das Abdecken des Bodens mit Materialien wie Stroh, Blättern oder Rinde. Für Erdbeeren (Strawberries im Englischen) verwendet man in der Regel Stroh. Das hat mehrere Gründe:

  1. Die Früchte hängen nicht auf dem Boden, sondern sind weich auf Stroh gebettet. So werden sie bei Regen nicht matschig.
  2. Das Stroh sorgt dafür, dass der Boden nicht so schnell austrocknet.
  3. Erdbeeren zu mulchen hilft dabei, dass Unkraut einzudämmen.
  4. Verwittert das Stroh, gelangen neue Nährstoffe in den Boden.

Wann mulche ich Erdbeeren?

Ich habe immer dann angefangen eine Schicht aus Stroh um die Pflanzen und zwischen die Reihen aufzutragen sobald die ersten Erdbeeren zu sehen waren, also nach der Blüte. Dazu einfach um die Erdbeeren die Erde vorsichtig auflockern und mehrere Schichten Stroh auslegen. Wenn das Stroh zu lang und sperrig ist und sich so nur schlecht eine geschlossene Decke aufbringen lässt, könnt ihr es mit einer Gartenschere noch zerkleinern.

Stroh schützt anders als eine Folie* nicht zu 100 Prozent vor neuem Unkraut. Ich gehe deshalb ein Mal in der Woche die Pflanzen durch und entferne ungewünschtes Beikraut. Ob nun eine dunkle Folie zum Mulchen besser ist, kann ich nicht sagen. Ich fand die Vorstellung mit dem Stroh einfach romantischer. Sicher ist, bei Folie kommen keine Nährstoffe in den Boden, allerdings auch keine Fremdsamen, die natürlich im Stroh sein können.

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Ernte und Aufbewahrung

Ab Ende Juni, also ca. sechs bis acht Wochen nach dem Auspflanzen, haben meine Erdbeerpflanzen die ersten roten Beeren ausgebildet. Dann ist es Zeit, diese abzunehmen. Wenn ihr die Erdbeeren nicht innerhalb von wenigen Tagen erntet, werden diese tief dunkelrot und ultrasüß.

Bei der Variante, die ich aus dem Internet hatte, wird die Erntezeit mit 10 Wochen nach Anpflanzen angegeben. Bei mir ging das auf dem Acker immer deutlich schneller. Die Sorte Senga Sengana trägt reichlich und über viele Wochen hinweg. Ich hatte im vergangenen Jahr bis Ende August immer wieder rote Früchte.

Ich habe die Erdbeeren fast immer sofort verzehrt. Die Aufbewahrung gestaltet sich wie bei den meisten frischen Erdbeeren als nicht so ganz einfach, da die Früchte druckempfindlich sind. Auch beim Waschen solltet ihr vorsichtig sein, sonst habt ihr schnell nur noch Erdbeermatsch.

Die Sorte unterscheidet sich damit grundsätzlich von den Anders sehr frühen Sorten aus Spanien, die speziell dafür gezüchtet wurden, mehrere Tage unterwegs zu sein und immer noch gut auszusehen. Sie sind viel fester und unempfindlicher, schmecken meiner Meinung nach aber auch nur halb so gut.

PS: Ihr wisst es bestimmt, aber so als Rausschmeißer kann man es ja noch einmal aufführen: Die Erdbeere ist im biologischen Sinn keine Beere, sondern eine Nuss, genauer gesagt sind auf einer Beere etliche kleine Nüsschen.

Zum Pinnen :)!

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