Kategorie Deep Shit

Persönliche Gedanken, ehrliche Beobachtungen und Texte über das, was unter der Oberfläche liegt: Hier findet ihr Reflexionen über Leben, Gefühle und Gesellschaft

Buchtipp: „Damals im Sommer“: Eine erste Liebe, die erst in der Erinnerung ganz verständlich wird

Hand hält den Roman „Damals im Sommer“ von Florian Gottschick vor grünem Hintergrund am Fluß ist ein Coming-of-Age-Roman mit queerer Geschichte

„Damals im Sommer“ erzählt von einem Familienurlaub Ende der 1990er-Jahre, der sich erst in der Erinnerung als Wendepunkt zeigt. Florian Gottschick schreibt über erste Liebe, queeres Erwachen, Scham, Bruderneid und die Unruhe eines 15-jährigen Jungen, der mehr fühlt, als er verstehen kann. Ein kurzer, melancholischer und sehr filmischer Roman, der manchmal etwas mehr Raum verdient hätte, aber gerade durch seine Atmosphäre nachhallt.

Buchtipp: „Im Wasser sind wir schwerelos“: Eine Liebe, die nur für einen Sommer frei sein durfte

Hand hält das Buch „Im Wasser sind wir schwerelos“ von Tomasz Jedrowski vor unscharfem grünem Hintergrund

„Im Wasser sind wir schwerelos“ klingt nach Sommer, Haut und erster Liebe, trägt aber von Anfang an den Schmerz des Verlusts in sich. Tomasz Jedrowski erzählt von zwei Männern, die sich im Polen der frühen 1980er-Jahre ineinander verlieben und schnell merken, dass ihre Liebe nur dort frei sein kann, wo niemand sie sieht. Eine Kritik über einen Roman, der an „Call Me By Your Name“ und „Brokeback Mountain“ erinnert, aber weniger vom großen Drama lebt als von der leisen Trauer danach.

Filmtipp: „The Drama“: Eine RomCom, die sich selbst vergiftet

Robert Pattinson und Zendaya stehen nebeneinander in einer Szene aus „The Drama“

„The Drama“ sieht aus wie eine RomCom, benimmt sich aber wie ein Nervenzusammenbruch. Das macht den Film mit Robert Pattinson und Zendaya für mich zu einem der besten des Jahres. Denn aus romantischer Nervosität wird schnell etwas sehr viel Schrägeres und Unangenehmeres. Eine Kritik über einen Film, der seine eigenen RomCom-Elemente konsequent vergiftet.

The Comeback: 21 Jahre zu früh, heute genau richtig

Lisa Kudrow als Valerie Cherish steht in einer Szene aus der HBO-Serie The Comeback an einem Geländer

Ich habe The Comeback viel zu spät entdeckt. Oder vielleicht genau zum richtigen Zeitpunkt. Selten habe ich eine Serie gesehen, die so unangenehm komisch, so klug und gleichzeitig so hellsichtig ist. Valerie Cherish stolpert seit 2005 durch ein Showbusiness, das sie demütigt, benutzt und trotzdem nicht loswird. 2026 wirkt das nicht mehr wie Satire von gestern, sondern wie eine ziemlich genaue Diagnose unserer Gegenwart.

Warum wir Heated Rivalry gerade jetzt brauchen

Die kanadische Serie Heated Rivalry um zwei queere Eishockeyspieler flutet seit Wochen meinen Feed. Viele sind obsessed von der Love Story zwischen Shane Hollander und Ilya Rozanov und schauen die sechs Folgen in Dauerschleife. Zurecht, wie ich finde. Ein Text darüber, warum diese Serie gerade in Zeiten politischer Rückschritte so wirksam ist und weshalb handwerkliche Präzision hier mehr leistet als jede gut gemeinte Botschaft.

Was mich im Dezember beschäftigt hat

Es ist zwar erst Mitte Januar, aber der Dezember ist gefühlt schon meilenweit entfernt. Dennoch gebe ich wie in den vergangenen Monaten auch einen kurzen Überblick: Was hat mich im Dezember beschäftigt? Welche Fragen habe ich mir gestellt, was hat…

Was mich im November beschäftigt hat

Wie kann ein Gebäck so fantastisch sein? Ernst gemeint. Ich habe im November gemerkt, wie absurd viel Kraft in kleinen Momenten stecken kann. Nicht in großen Plänen, nicht in Konzepten, sondern in Dingen, die man schnell übergehen würde. Ein Frühstück, das den Tag verändert. Ein Ort, der hängen bleibt. Ein Augenblick, der Perspektive verschiebt, obwohl er eigentlich nichts Spektakuläres hatte.