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Deep Shit

Top 5 der emotionalsten Werbefilme zu Weihnachten

Szene aus Ottos Weihnachtsspot „Weihnachten ist in Dir“ Bild © Otto.de

Weihnachten und Werbung. Zwei Dinge, die ich ziemlich gerne mag. Zum Glück ist das Fest der Liebe (und des Kommerzes) bei den Werbetreibenden mittlerweile zum deutschen Super Bowl aufgestiegen. Immer aufwändigere Spots geben die Discounter, Lebensmittelhändler und sonstige Filialisten in Auftrag. Heraus kommen emotionale Kampagnen, die mich oft zu Tränen rühren. Meine Top 5 der letzten Jahre.

Zugegeben, ich habe zwar einen Fernseher, schalte ihn aber so gut wie nie ein. TV-Werbung erreicht mich also wenn überhaupt eher über Facebook oder einen Marketing-Newsletter, den ich abonniert habe. Und so bleibt mir die meiste Zeit im Jahr der Einheitsbrei erspart, bei dem die Menschen aufstehen und sich aus dem Kühlschrank ein neues Kaltgetränk holen, aufs Klo gehen oder gleich umschalten. Absolute Ausnahme sind da bei mir die Weihnachtsspots.

Für mich gehört zur Adventszeit nicht nur Plätzchenbacken und Glühweintrinken, sondern auch, mich einen Abend hinzusetzen und genüsslich die Weihnachtswerbespots durchzuklicken. Nicht erst seit Edekas #Heimkommen schaue ich mir diese kleinen Kunstwerke mega gerne an. Natürlich auch eher selten im TV als vielmehr auf YouTube.Ich habe mir mal die Mühe gemacht, meine persönlichen Top 5 der emotionalsten und schönsten Weihnachts-Werbeclips der vergangenen Jahre zusammenzustellen. Bemerkenswert, mir aber ziemlich Wurst, ist dabei die Tatsache, dass die Clips oft mit einem Appell zu mehr Menschlichkeit, Liebe und Verständnis für seine Mitmenschen enden. Ganz so, als ob es diese Tugenden im Supermarktregal zwischen Toilettenpaper, grünem Spargel und Dosensuppe zu kaufen gäbe. Nun gut, davon lassen wir uns davon mal nicht irritieren und starten mit der Nummer 1, der emotionalsten Weihnachtsspots.

#DekorierenistLiebe

Ganz großes Kino suggeriert dieser Hashtag nicht gerade. Dennoch ist es einer meiner Lieblingsspots der aktuellen Christmas-Season. Wie in einigen anderen großartigen Spots der vergangenen Jahre spielt die Einsamkeit einer älteren Person, hier ist es eine Dame, dabei eine zentrale Rolle. Die kann ihr auch eine Pflegerin zwar nicht nehmen, wohl aber eine riesige Freude machen.

 

Ja ja, die Auflösung ist dann doch ganz schön gewöhnungsbedürftig. Würde wenigstens Edeka hinter diesem Clip stecken. De facto ist es aber der Billiganbieter Tedi. Deutschlands führender Nonfood-Händler, wie sich das Unternehmen selbst nennt, möchte mit dem Spot zeigen, wie einfach und vor allem günstig es ist, einem Menschen eine Freude zu machen. Die Weihnachtsdeko aus dem Tedi lässt das Haus der alten Dame im vorweihnachtlichem Glanz erstrahlen. Konzipiert und umgesetzt wurde der Weihnachtsspot von Serviceplan Campaign. Gespielt wird die alte Dame von der Engländerin Margaret Jackmann, die auch in der sechsten Staffel der Fernseh-Serie Game of Thrones zu sehen ist.

Wem das irgendwie bekannt vorkommt: Saturn brachte vor gar nicht langer Zeit einen vom Aufbau her ähnlichen Spot heraus. In „Anna“ ist es ein älterer Herr, der in sich gekehrt sein Dasein in einem Seniorenheim fristet und selbst von der eigenen Tochter nicht mehr erreicht werden kann. Erst durch einen Trick schafft sie es, Zugang zu seiner Welt zu bekommen. Bei dem Spot hab ich teilweise Rotz und Wasser geheult. Hier kommen für mich mehrere Themen zusammen, die mich sehr triggern. Es ist nicht nur die Einsamkeit des Mannes, auch die Vergänglichkeit wird hier eindrucksvoll zelebriert.

Da der Spot nix mit Weihnachten zu tun hat, habe ich ihn hier mit dem Vergleich zur Tedi-Werbung in die Top 5-Liste geschmuggelt, verzeiht mir. Nun aber zu Spot Nummer 2.

Weihnachten ist in Dir

Onlinehändler Otto bescherte uns vor zwei Jahren zu Weihnachten einen komplett animierten Werbefilm. Im 82-Sekünder„Weihnachten ist in Dir“ wird die Geschichte eines verloren gegangenen Briefes erzählt. Ein kleiner Junge namens Tommy hatte ihn an seinen verstorbenen Opa verfasst. Dummerweise rutschte der Brief zwischen zwei Dielenbretter und wurde viele Jahre dort vergessen. Postbote Mr. Banks findet ihn schließlich und macht das, was total nahe liegend ist. Er ignoriert das Briefgeheimnis und seine Berufsehre, reißt den Brief auf und liest die Zeilen des kleinen Tommy.

Natürlich ist es auch bei diesem Spot ziemlich egal, ob er jetzt von Edeka, Tedi oder eben Otto stammt. Viel wichtiger ist ja die Botschaft: Es ist schöner, jemand anderem eine Freude zu machen, als selbst etwas geschenkt zu bekommen. So oder so: Online eingekauft werden muss natürlich bei Otto.

Der Vollständigkeit halber: Konzipiert wurde die Kampagne von HEIMAT, Berlin. Den Clip sahen mehr als 7,6 Millionen Menschen auf YouTube.

#heimkommen

Meine Nummer 3 ist der Klassiker und der Spot, der den Durchbruch für die Weihnachtswerbung auf Spielfilmniveau in Deutschland brachte: #heimkommen. Da wirklich jeder diesen Clip kennt, ein paar beeindruckende Zahlen. Der Clip erzielte am ersten Wochenende nach dem Launch fünf Millionen Facebook-Views und mehr als 1,2 Millionen Youtube-Klicks in 24 Stunden. Der Clip hat aufgrund des enormen Erfolges sogar einen eigenen Wikipedia-Artikel. Dort heißt es, 42 Millionen Views bei Youtube hätte #heimkommen binnen weniger Wochen verbuchen können. Mittlerweile sind es 58 Millionen.

Wie das so ist, wer Erfolg hat, wird kopiert und parodiert. Die bekannteste und böseste Parodie stammt von Joko und Klaas, die in ihrer Sendung Circus HalliGalli eine Version mit Udo Walz zeigten. Opa Udo kommt dabei allerdings nicht so glimpflich weg wie der Opi aus der Edeka-Werbung.

The Journey

Für die Nummer 4 verlassen wir mal den deutschen Fernseh- und Social Media-Markt. Denn, wer hätte es gedacht, die emotionalen und teuer produzierten Weihnachtsspots sind keine deutsche Erfindung. Besonders die britische Kette John Lewis muss da genannt werden. Bereits seit 2007, also in diesem Jahr zum zehnten Mal, bringt das Unternehmen einen rührenden Spot auf den Markt, den dann (fast) jeder gesehen hat. Auch die Musik zu den Spots stürmt regelmäßig die Charts.

Mit hat es eine Reise aus dem Jahr 2012 sehr angetan. Ein kleiner Schneemann macht sich auf, um seiner geliebten Schneemännin ein Weihnachtsgeschenk zu kaufen.

Der Clip wurde in Neuseeland gedreht und wird von Frankie goes to Hollywoods „The power of Love“ kräftig unterstützt, interpretiert von Sängerin Gabrielle Aplin. Soooo schön. Auch hier sei noch schnell die Agentur genannt: Adam & Eve/DDB.

Weihnachten. Zeit, sich zu versöhnen.

Und als letztes noch mal ein Sprung zurück nach Deutschland. Wieder ein Lebensmittelhändler, wieder eine große Geschichte in wenigen Minuten erzählt. Dieses Mal ist es eine Mutter, die nach einem heftigen Streit erkennt, dass es Zeit ist, sich zu versöhnen. Und das ist auch das Motto der Kampagne von Penny. Der Kölner Discounter zeigt den inneren Kampf der Mutter mit sich selbst in beidruckenden Bildern.

Verantwortlich für die Versöhnungsnummer ist auch hier Serviceplan Campaign. Zur Kampagne gehört auch eine Seite im Internet, auf der man einen Versöhnungswein gewinnen kann. Na dann, Prost!

In diesem Sinne, habt eine schöne Weihnachtszeit. Hoffentlich ohne Streit und mit viel gutem Essen. Wenn ihr auch noch schöne, emotionale Spots kennt, dann nur her damit. Ich freue mich über jeden Kommentar und viele weitere Clips.


Nachtrag: Einige Videos sind leider mittlerweile (Stand: 20.04.2018) von YouTube verschwunden. Schade Schokolade. Deshalb fehlen sie nun auch im Text oben. Aber ich hoffe auf neue, emotionale Spots in diesem Jahr.

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