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Münster, Ruhrpott

Das große Rumrollern: Wann kommen die elektrischen Mietroller flächendeckend in den Pott?

E-Scooter: Wann kommen Roller ins Ruhrgebiet?

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E-Scooter sind seit einigen Wochen in Deutschland für den Straßenverkehr zugelassen. Leider gibt es in Bochum keine Mietroller-Anbieter. Deshalb habe ich mir in Münster einen Scooter geschnappt und ausgiebig getestet. Und ich muss sagen: Leider geil.

Fan nach einer Fahrt

Wer in Bochum und Essen wohnt, bewegt sich vor allem mit seinem eigenen Auto fort oder steigt in S- und U-Bahn. Fahrräder spielen kaum eine Rolle um von A nach B zu kommen, E-Scooter sieht man überhaupt nicht auf den Straßen – noch nicht, muss man wohl sagen, denn die Anbieter stehen in den Startlöchern und suchen aktuell Personal, um auch im Ruhrgebiet die Mietroller an den Start zu bringen. Bislang ist lediglich Circ in Dortmund und Herne aktiv. Das zentrale Ruhrgebiet mit den beiden Großstädten Bochum und vor allem Essen ist noch E-Tretroller-freie Zone.

Weiter ist da die Stadt Münster. Hier gehören die elektrischen Roller bereits nach wenigen Wochen zum Stadtbild wie die unzähligen Fahrradfahrer. Das Angebot wird wohl auch schnell ausgebaut werden. Und während ich die ersten Tage dachte, was für ein Quark mit diesen Rollern, bin ich nach nur einer Probe-Fahrt bereits ein Riesenfan. Vor allem, da ich in Münster immer wieder verzweifele, wenn ich Bus fahren muss (eine U-Bahn gibt es hier nicht).

E-Scooter: Wann kommen Roller ins Ruhrgebiet?

Wie funktionieren die Roller?

Ihr ladet euch eine App des Anbieters runter, in Münster ist es Tier, schaltet die GPS-Daten an, verbindet die App mit einem Zahlungsanbieter, Paypal oder Kreditkarte, und dann kann es schon fast losgehen.

Auf einer Karte werden euch die Roller in eurer Nähe angezeigt. In Münster sind es aktuell 600, die über die Innenstadt und einige Stadtteile verteilt stehen. Ihr lauft zu einem der Roller, scannt den QR-Code am Lenker oder gebt die Nummer an, die dort unter dem QR-Code steht, bestätigt das Fahrzeug und es wird freigeschaltet.

Zum Losfahren betätigt ihr einen Hebel am Lenkrad. Gebremst wird klassisch wie am Fahrrad. Allerdings bremst ihr bereits deutlich ab, wenn ihr einfach nur kein Gas gebt. Die Roller kommen auf lediglich 20 Km/h. Damit seid ihr zwar keine lahmen Enten, werdet aber zumindest in Münster natürlich ständig von Radfahrern überholt.

Wenn ihr an eurem Ziel angekommen seid, stellt ihr den Roller so ab, dass er niemanden behindert und beendet die Fahrt mit einem Klick in der App. Wenige Sekunden später bekommt ihr eine Mail mit der Rechnung in euer E-Mail-Postfach. Mega easy, bei meinen bisher sechs Fahrten hat alles problemlos funktioniert.

Im Lenker ist eine Akkuanzeige integriert, zudem seht ihr, wie schnell ihr fahrt. Aber auch in der App könnt ihr bereits bei der Auswahl der Roller sehen, wie voll diese jeweils geladen sind. Wollt ihr eine längere Fahrt unternehmen, sollte der Roller über 20 % Akku haben.

Welche Regeln gibt es?

Man darf die Radwege mitbenutzen oder auch auf der Straße fahren – Hauptsache ihr haltet euch an die Verkerhsregeln. Um E-Scooter zu fahren braucht ihr keinen Führerschein, müsst aber mindestens 14 Jahre alt sein. Eine Helmpflicht besteht nicht, aber natürlich ist es ratsam im Straßenverkehr einen Helm zu tragen, um sich zu schützen.

Wer den Roller nach einer Party nutzen will, sollte genau bedenken, wie viel er getrunken hat, denn es gelten die gleichen Regeln wie für Autofahrer. Zudem gilt für junge Fahrer unter 21 und Führerscheinneulinge in der Probezeit ein absolutes Alkoholverbot, also 0,0 Promille. Oder anders: Lasst es, wenn ihr was getrunken habt.

E-Scooter: Wann kommen Roller ins Ruhrgebiet?

Was kostet eine Fahrt?

Für das Entsperren zahlt ihr in Münster mit Tier-Rollern 1 Euro, für jede Minute E-Scooter-Nutzung kommen 0,15 Euro hinzu. So entstehen zum Beispiel Kosten von 4 Euro für eine 20-minütige Fahrt vom Hafen nach Gievenbeck. Wenn ihr lange irgendwo rumsteht, empfiehlt es sich die Fahrt zu beenden und eine neue Fahrt zu starten, da in Minuten abgerechnet wird und nicht in Kilometer.

Wie ist das Fahrgefühl?

Ich habe gedacht, es würde dem Fahrgefühl auf dem Fahrrad nahekommen, dem ist allerdings nicht so. Die Fahrt ist dann doch auf unebenem Boden sehr viel ruppiger, klar, ihr seid auch viel näher am Boden und habt nur zwei kleine Räder. Dennoch macht mir die Fahrt mit den E-Scootern sehr viel Spaß. Entgegen vieler, die das neue Verkehrsmittel als albern und überflüssig ansehen, finde ich es praktisch. In Münster findet man in der Innenstadt immer schnell in seiner Nähe einen Roller und ist im Nu einige Kilometer gefahren.

Für alle, die das Warten auf den Bus leid sind oder denen das Fahrrad gestohlen wurde, sind die E-Scooter eine gute Alternative. Vor allem, da man sich nicht um die Wartung kümmern muss und einfach direkt losfahren kann. Wenn man am Ziel ist, kann man den Roller einfach abstellen und muss ihn nicht an eine bestimmte Stelle bringen. Ein sehr großes Plus.

E-Scooter: Wann kommen Roller ins Ruhrgebiet?

Wann kommen Tier und Co. ins zentrale Ruhrgebiet?

Tja, man weiß es nicht. Auf Nachfrage bei den Anbietern halten sich alle bedeckt. Von Tier heißt es: „Zu neuen Städten/Regionen äußern wir uns erst, wenn es soweit ist.“ Allerdings sucht Tier für Bochum/Essen Personal, so lange kann es also nicht mehr dauern. Der Anbieter Circ teilt mit, dass man das Ruhrgebiet interessant findet und in den Startlöchern steht, um weitere Städte zu versorgen, kann aber nicht sagen, wann genau das sein wird.

PS: Bis es in Bochum oder Essen soweit mit den Rollern ist, cruise ich also in Münster mit den Dingern rum. Auf Bus- und Autofahren in der Innenstadt habe ich dort nämlich wirklich keine Lust und mein Rad wurde mir dort vor einiger Zeit leider geklaut.

Mit Bildmaterial von www.tier.app (Bild 1, 3 und 4)

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