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5 kostenlose Apps, die unser Leben ein bisschen grüner und nachhaltiger machen

Apps für Nachhaltigkeit im Alltag: Tipps für Handy-Apps, die helfen gesünder und nachhaltiger zu leben

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Mit Apps die Welt retten? Wohl kaum. Aber ein paar Gewohnheiten überprüfen und gesündere, nachhaltigere Lösungen finden, die einfach in den Alltag zu integrieren sind – dabei können Apps auf jeden Fall helfen. Meine Empfehlungen für einen umweltbewussteren Lifestyle und besseren ökologischen Fußabdruck auf dem Smartphone.

Warum ich Apps zur Nachhaltigkeit empfehle?

Ich bin nicht der super Bio-Typ, der radikal alles in Frage stellt, was Spaß macht und konsumorientiert ist. Aber, ich bin schon der Meinung, dass man an manchen Stellen in seinem Alltag ganz einfach kleine Dinge ändern kann, die einem in Summe ein besseres Gefühl geben, der Umwelt guttun und die Welt ein klitzekleines Stück besser machen. Oft spart man sogar noch ein paar Euro dadurch.

Oder anders gesagt: Natürlich ist es nicht schlimm, alle zwei Wochen Kuchen zu essen, ein Mal die Woche ein Glas Cola zu trinken, ein Shampoo mit Mikroplastik zu benutzen, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, Kleidung aus Bangladesch zu tragen, seine Lebensmittel in Plastik zu verpacken, nach Thailand in den Urlaub zu fliegen, den ganzen Tag auf Instagram zu hängen und seinen Tannenbaum im Baumarkt zu kaufen. Nichts davon ist einzeln betrachtet besonders problematisch. In Summe ergibt sich aber ein gesundheitsgefährdender und umweltzerstörender Lebensstil.

Kleine Schritte, no hate please

Und warum sollte man da nicht einfach ein paar kleine Dinge ändern, die einen null in seinem Komfort und seinem Lifestyle einschränken, aber zum Ergebnis führen, dass man sich etwas besser und etwas gesünder fühlt? Und ich bin da ziemlich egoistisch: Der Hauptgrund, warum ich auf solche Sachen seit ein paar Jahren mehr achte, sind nicht die nachfolgenden Generationen, sondern das ich mein Risiko für Erkrankungen senken will und gerne auf einem Planeten lebe, auf dem es schön ist. Puh, wie das klingt… :)!

So, eine lange Einleitung für ein eigentlich simples Thema. Ich habe euch mal ein paar Apps zusammengestellt, die ich regelmäßig und größtenteils bereits seit Jahren nutze. Alle sind in ihrer Grundfunktion kostenfrei für Android und Apple erhältlich. Viele werdet ihr bestimmt auch schon kennen. Auch kein Problem, vielleicht erinnert ihr euch dann einfach nur daran, sie mal wieder zu nutzen.

Apps für Nachhaltigkeit Nabu Siegel Check

Nabu Siegel-Check

Naturland, Bioland, EU-Bio-Siegel, Blauer Engel: Steht ihr im Supermarkt auch manchmal vorm Regal und blickt vor lauter Bio-, Öko-, Umwelt-Siegel gar nicht mehr durch? Mir geht es regelmäßig so und auch wenn ich schon x-mal nachgelesen habe, wofür welches Siegel steht, vergesse ich die Einzelheiten immer wieder.

Wie die App funktioniert

Mit dem Nabu Siegel-Check könnt ihr ganz schnell und einfach nachschauen, welches Siegel wofür steht und welche vielleicht mehr suggerieren als eigentlich dahintersteht. Dazu macht ihr einfach ein Foto des Siegels auf der Verpackung und die App spuckt euch aus, was Siegel XY bedeutet.

Und wie immer: Zur Orientierung hat der Nabu natürlich die einzelnen Siegel bereits bewertet. Vier unterschiedliche Farben zeigen den Umweltvorteil an. Grün steht für empfehlenswert, gelb für gut, rot für nicht empfehlenswert und grau hat keine Wertung.

Ein Beispiel: Das Demeter-Siegel erhält vom Nabu zwei grüne Daumen, da es über das „normale“ Bio-Siegel hinausgeht. Die Produkte mit diesem Siegel stammen aus Öko-Landbau mit strengeren Kriterien als die EU-Standards. In Deutschland arbeiten rund 1.400 Landwirte biologisch-dynamisch. Das Bio-Smiley von Aldi Süd bedeutet, dass die Bio-Vorschriften der EU eingehalten werden. Ein Umweltvorteil, der allerdings nicht mit dem vom Demeter-Siegel mithalten kann.

Hilfe im Siegel-Dschungel

Ich finde die App sehr praktisch. Es finden sich sehr viele Siegel in der Datenbank auch abseits der bekannten. Oder habt ihr schon einmal etwas vom Neuland-Siegel, Fairglobe oder Safe gehört? Mit Sicherheit habt ihr die Logos irgendwo schon einmal gesehen, was sie bedeuten, wusste ich bislang jedenfalls nicht

Schöner Randaspekt: Die App speichert eure Fotos nicht, sondern nutzt die Bilder nur zum Abgleich mit der Datenbank. Zudem erhebt der Nabu Siegel-Check keine persönlichen Daten.

Herausgeber: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V., Sitz in Berlin

Apps für Nachhaltigkeit CodeCheck

CodeCheck

Zugegeben, ich mache mein Waschmittel nicht selbst und ich bin auch kein Fan von festen Haarseifen. Aber ich habe vor ca. drei Jahren angefangen nach und nach meine täglichen Hygiene- und Kosmetikartikel gegen Alternativen auszutauschen, die weniger gesundheitsgefährdende Stoffe in sich tragen.

Wie die App funktioniert

Sehr geholfen hat mir dabei die kostenlose App CodeCheck. Mit ihr könnt ihr einfach den Barcode eurer Kosmetik oder eurer Lebensmittel scannen und bekommt innerhalb von Sekunden die Inhaltsstoffe aufgelistet. Da man meist keinen Plan hat, was die chemischen Begriffe bedeuten, arbeitet die App mit einem Ampelsystem. Grün für unbedenklich, rot für bedenklich.

Ein Beispiel: Ich benutze täglich Zahnpasta, Duschgel, Shampoo, Aftershave, Deo und Haarspray. Viele dieser Produkte kommen direkt mit meinen Schleimhäuten in Berührung. Aus diesem Grund bin ich konsequent dazu übergegangen, alle Produkte auf ihre Inhaltsstoffe hin zu untersuchen.

Das Ergebnis: Die App CodeCheck ließ kein gutes Haar an meinen alten, geliebten Marken. Das Haarspray stand in Verdacht Atemnot auszulösen (kann ich bestätigen), das Shampoo hatte drei sehr bedenkliche Inhaltsstoffe und einen bedenklichen. Unter anderem stand ein Stoff in Verdacht Krebs auszulösen. Ein Produkt enthielt Palmöl und Mikroplastik. Geilo, ein Chemielabor in meinem Badezimmer. Das wollte ich ändern.

Naturkosmetik generell unbedenklich?

Wer jetzt denkt, ach, ich benutze Naturkosmetik, alles tutti, der irrt leider. Auch in meinen teilweise teuren Bio-Marken fanden sich Stoffe, die ich mir nicht täglich unter die Arme und ins Gesicht schmieren will. Deshalb: Nutzt CodeCheck und kauft, wenn das Produkt leer ist, vielleicht eine bessere, umweltfreundlichere Alternative. Happy scanning!

Übrigens, wenn ihr ein Haarspray findet, das komplett im grünen Bereich ist, schreibt mir das unbedingt. Ich habe ca. 30 Produkte gescannt und kein einziges gefunden, das die App mit einem komplett grünen Kreis ausweist :(! Und ich möchte nicht auf Wachs oder Gel umsteigen. Da habe ich ein paar Produkte, die gut sind. Es geht mir wirklich um Haarspray, habe da leider eine ziemliche Abhängigkeit…

Herausgeber: CodeCheck AG, Geschäftsführer: Boris Manhart, Sitz in Zürich

Too Good To Go

Der Klassiker unter den Gutmenschen-Apps ;)! Wer die App nicht kennt, hat wahrscheinlich die letzten Jahre hinter dem Mond gelebt. Für alle daher nur ganz knapp das Prinzip: Ihr meldet euch an und bekommt eine Reihe von Restaurants und Bäckereien aufgelistet, die innerhalb eines bestimmten Zeitfensters Lebensmittel zu einem stark reduzierten Preis anbieten. Dabei kauft ihr Packages. Ihr könnt euch also nicht aussuchen, welche Brötchen und Gebäckteile Bäcker XY für euch in die Tüte packt. Aber das macht das Ganze auch ein Stück weit aufregend ;)!

Wie die App funktioniert

Warum ist das jetzt gut? Ganz einfach, die App wurde entwickelt, um der massiven Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken. Nachhaltig soll die App sein und viele noch genießbare Obst, Gemüse und Backwaren vor der Tonne bewahren. So die Theorie.

Ob und wie viele Lebensmittel mit der App gerettet werden, finde ich letztlich gar nicht so krass relevant. Fakt ist, ihr bekommt zu einem kleinen Preis viel zu essen. Das heißt, auch für Menschen, die nur Geld sparen wollen, ist die App etwas.

Warum erwähne ich die App hier, obwohl sie so bekannt ist: Weil in den vergangenen Jahren zum Beispiel in Bochum jede Menge Restaurants und Bäckereien hinzugekommen sind, bei denen ich sowieso gerne einkaufe. Am Anfang waren nur Ketten dabei, die ich nicht oft aufsuche und von denen ich gar nichts haben wollen würde. Mittlerweile sind auch Brotapfel, Brinker, das Mercure Hotel Bochum und der Pro Biomarkt in Bochum dabei.

Für wen die App nichts ist: Für Menschen mit Lebensmittelallergien. Ihr könnt nämlich nicht auswählen, was in euren Tüten landet. Zudem sind die Abholzeiten natürlich teilweise nicht für jeden etwas, da sie kurz vor Ladenschluss oder spät abends liegen.

Herausgeber: Too Good To Go ApS, Sitz in Kopenhagen

Apps für Nachhaltigkeit NachhaltICH

NachhaltICH

Die App habe ich ja schon bei Instagram beworben. Dennoch möchte ich sie auch hier noch einmal aufführen, da ich sie echt cool finde und sie mich zum Nachdenken angeregt hat.

Der Begriff der Nachhaltigkeit wird hier nicht auf Bambuszahnbürsten und selbstgemachtes Spülmittel beschränkt. Ganz im Gegenteil: Hier bekommt ihr Ideen für nachhaltige Lebensweisen, die nicht jeden Tag medial durchgekaut werden, aber mindestens genauso wichtig sind.

Wie funktioniert die App

Beispiele gefällig? Die App stellt euch Challenges und gibt euch Infos dazu, warum diese sinnvoll und nachhaltig sind. Zum Beispiel: „Ich habe meine Nachbar*innen kennengelernt.“ Denn nur wer seine Nachbarn kennt, kann sich Dinge von ihnen borgen und spart sich so den Kauf von Werkzeugen oder die Fahrt zum Supermarkt für Mehl und Eier.

Oder: „Ich habe eine Woche lang elektrische Geräte ganz ausgeschaltet und nicht auf Stand-By gestellt.“ Warum das nachhaltig ist, liegt auf der Hand. Ein weiteres Beispiel: „Ich habe heute nicht geraucht.“ Oder: „Ich bin eine Woche lang jeden Tag 10.000 Schritte gelaufen.“ Oder: „Ich habe bei meinem letzten Einkauf ‚single Bananen‘ gekauft.“ Also die Bananen, die immer übrigbleiben, da die Leute super gerne nur Bananen im Gebinde haben wollen. Die losen Einzelgelblinge werden meist weggeworfen, da sie länger liegen bleiben und matschig werden.

Ihr seht, die Aufgaben sind immer sehr konkret, haben einen bestimmten Zeitraum und sind machbar. Marketingleute würden sagen, sie sind smart ;)! Das motiviert, die App immer wieder zu benutzen. Zudem ändert sich mit jeder bestandenen Challenge ein Futurescreen hin zum Positiven. Letztlich könnt ihr euch dort auch mit anderen connecten und gucken, wie viele Punkte diese schon in der App gesammelt haben.

Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, Sitz in Bonn und Eschborn

Apps für Nachhaltigkeit Ecosia

Ecosia

Googlet ihr noch oder benutzt ihr schon Ecosia? Die App fürs Handy ist eine ökologische Suchmaschine aus Deutschland, die immer beliebter wird. Mit jeder Suchanfrage, die ihr über Ecosia stellt, unterstützt ihr die Macher bei ihrem Ziel, Wälder wieder aufzuforsten. Ihr selbst müsst kein Geld spenden oder für die App zahlen.

Wie die App funktioniert

„Häh, wie funktioniert das?“, fragt ihr euch jetzt bestimmt. Das Prinzip ist einfach: Bing liefert die Suchergebnisse für Ecosia. Bei jedem Klick auf gesponsorte Links gibt Bing einen Teil der Einnahmen an Ecosia. Zudem finanzieren sich die Aufforstungsmaßnahmen zum Beispiel im Regenwald durch Affiliate-Programme, also Geld, das fließt für Empfehlungslinks über die Produkte gekauft werden.

Ihr könnt Ecosia auf eurem Smartphone installieren und dann so einrichten, dass die App zum Standardprogramm für Suchanfragen wird. Ohne Komfortverlust tut ihr so etwas Gutes für die Umwelt. Bislang konnten so laut Angaben der App-Hersteller ca. 83 Mio. Bäume gepflanzt werden.

Exkurs Online-Shopping

Bei der Gelegenheit noch kurz ein Hinweis für alle Online-Shopper. Wenn ihr sowieso bei Amazon einkauft, könnt ihr Smile-Amazon verwenden. Da könnt ihr eine Organisation auswählen, an die Amazon dann einen Teil der Einnahmen spendet. Bei mir ist das zum Beispiel ist das das Palliativnetz Bochum e.V. Ich habe mit knapp 30 Bestellungen immerhin 5 Euro generiert. Nicht die Welt, ich weiß. Aber besser als gar nix. Ihr könnt auch die Arbeit von Bloggern unterstützen, wenn ihr deren Affiliate-Links anklickt und etwas bestellt. Kostet euch nichts ;)!

Kritik an Ecosia

Zurück zu Ecosia: Wie immer, wenn man anfängt, ein bisschen was Gutes zu tun, kommen die Hater und suchen Punkte, die sie kritisieren können. Zum Beispiel, dass die Server, die die Suchanfragen verarbeiten, nicht mit erneuerbaren Energien laufen. So scheint das auch immer noch zu sein laut Wikipedia.

Eine andere Kritik, die ich auf den Artikel zum Thema Kleiderspende im Paket bekam: Teile der Einnahmen werden für Marketing und Bezahlung der Mitarbeiter genutzt. Ich weiß manchmal gar nicht, was ich dazu schreiben soll. Natürlich arbeitet da niemand komplett ehrenamtlich und natürlich wird Geld für Marketing ausgegeben. Wie soll denn sowas funktionieren ohne festangestellte, normal bezahlte Mitarbeiter und Agenturen, die Design, PR und Marketing dafür machen?

Herausgeber: Ecosia GmbH, Geschäftsführer: Christian Kroll, Sitz in Berlin

So, das war’s. Ich hätte gar nicht gedacht, dass ich so viele Apps nutze, die mir helfen nachhaltiger zu leben. Habt ihr noch eine Burner-App, die ich kennen sollte? Dann schreibt mir das gerne in die Kommentare. Merci.

PS: Lest hier, wie ihr euer Reinigungsmittel selber machen könnt und auch einen Artikel zum Thema nachhaltig Kleidung spenden habe ich mal geschrieben. Den Mietgarten für eure eigene kleine Gemüsezucht empfehle ich ja sowieso dauernd… Viel Spaß damit :)!

Zum Pinnen :)!

Apps für Nachhaltigkeit im Alltag

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