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„Venedig des Nordens“: Ein Ausflug nach Giethoorn

Giethoorn in den Niederlanden

Als ich bei Instagram angekündigt hatte, dass ich ein paar Tage ans IJsselmeer fahre, bekam ich den Tipp, unbedingt einen Abstecher nach Giethoorn zu machen. Giethoorn? Nie gehört. Bastian zeigte mir ein paar Bilder aus seinem Instagram-Feed und fortan war ich total angefixt. Wieso hatte ich noch nie von diesem Städtchen gehört, das anscheinend eine Art holländisches Disneyland ist?

Auf den Fotos im Internet sah ich mit Schilf gedeckte Häuser, Brücken, die über schmale Kanäle führen und Boote, die sich langsam ihre Wege durch das malerische Dorf bahnen. Okay, auf den Fotos konnte ich die Geschwindigkeit der Boote jetzt nicht unbedingt sehen, aber in meiner Vorstellung glitten sie langsam die Flüsschen entlang. Es sah einfach alles idyllisch-grandios aus, was da vor meinem inneren Auge und im Internet ablief.

Und ja, meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Es ist dort noch zauberhafter als erwartet. Die Fotos können das kaum wiedergeben. Denn: Die Stadt ist autofrei. Wie sich das eben für ein holländisches Disneyland gehört, bewegt man sich hier hauptsächlich auf dem Wasser fort.

Blick vom Wasser auf Giethoorn in den Niederlanden

Also nervte ich meine Begleitung Robin immer wieder damit, dass wir am Samstag unbedingt nach Giethoorn fahren müssten. Also unbedingt. Nicht vielleicht. Ich wollte auch keine anderen Vorschläge hören. Zwolle oder Schokland kamen für mich nicht in die Ausflugstüte, es musste Giethoorn sein.

Vorweg gesagt, man kann tatsächlich in den touristischen Teil nicht mit dem Auto gelangen, aber ziemlich nah dran. Am besten stellt man es auf einen der ausgewiesenen Parkplätze ab, die sind kostenfrei und nur 500 Meter vom Dorfkern entfernt. Oder man mietet sich hier gleich ein Bötchen, steigt ein und gelangt auf dem Wasserweg ins „Zentrum“. Das kostet übrigens etwa 15 Euro die Stunde.

Giethoorn wird auch das holländische Venedig genannt. Obwohl mich hier bis auf die Schiffchen wenig an Italien erinnert. Es sieht hier alles schon sehr nordisch aus. Das Dorf hat lediglich 2.500 Einwohner und, jetzt kommt’s, eine Millionen Besucher im Jahr. Ich glaube, damit ist Giethoorn wohl eins der bekanntesten Dörfer der Welt. Zu Recht. Die acht Kilometer lange Dorfgracht mit ihren Abzweigungen führt an wunderschönen Häusern und Gärten vorbei, die oft nur über eine der vielen Holzbrücken erreichbar sind.

Im September ist Giethoorn zwar touristisch noch gut besucht, aber nicht überlaufen. Trotz hervorragendem Wetters gibt es zahlreiche Ecken und Wege, an den man weitestgehend ungestört ist. Es herrscht auch eine ganz besondere Stimmung. Denn, ich weiß nicht wie es euch geht, aber man ist doch wirklich so gut wie nie in einer Gegend, die komplett autofrei ist. Ich zumindest habe mich so sehr daran gewöhnt, Busse, Autos und Straßenbahnen zu hören, dass es mir auffällt, wenn ich an einem gut besuchten Ort bin und dort eben kein Straßenlärm zu hören ist.

Das Dorf liegt in einem sehr großen Moorgebiet und umgeben vom Nationalpark Werribben-Wieden. Auch davon hatte ich bis zu meinem Ausflug noch nie etwas gehört. Wer sich über die Dorfgracht auf die andere Seite begibt und an ein paar neuen Ferienhäuschen vorbeizieht, gelangt irgendwann zu einem großen See, dem Bovenwijde. Hier tummeln sich die Boote auf dem Wasser. Über einen Steg gelangt man bis zum Smit’s Pavilion, der weit ins Wasser hineinreicht. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf den See.

Zurück im Dorfkern weisen die Schilder einen dezent darauf hin, wer hier besonders angesprochen werden soll. Anscheinend ist Giethoorn in Asien bekannter als in Deutschland. Die Restaurants haben ab und zu chinesische Speisekarten, auf dem Kanal ziehen immer wieder Boote mit Asiaten vorbei, die mit ihren Selfiestangen hantieren. Ansonsten hört man im Vorbeigehen auch sehr viel Niederländisch. Deutsch hingegen ist die Ausnahme.

Für Giethoorn sollte man einen ganzen Tag einplanen. Zwar ist das Dorf nicht allzu groß, aber wer es einmal komplett ablaufen will und ab und zu Pausen zum Ausruhen oder Fotografieren macht, braucht schon drei bis vier Stunden.

Funfact: Im Infopoint des örtlichen Tourismusbüros verkaufen sie eine Monopoly-Weltedition, auf der auch Giethoorn ist. Es gesellt sich auf dem Spielbrett zu Städten wie Madrid, Montreal und Sydney.

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1 Comment

  • Reply nike

    wie aus dem bilderbuch! <3 mir wurde giethoorn tatsächlich vor jahren mal empfohlen, aber ich hab es irgendwie nur bis nach zwolle und kampen geschafft … pack ich das dörfchen doch gleich mal auf die holland liste zu den nationalparks, von den haben die nachbarn ja so einige. danke für diese hübschen bilder, die entspannen mich schon beim anschauen!

    4. Oktober 2017 at 22:54
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