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Risotto all day long: Varianten des italienischen Klassikers

Risotto in der frisch-kräuterigen Version

Bevor ich euch heute meine Lieblings-Risotto-Varianten verrate, muss ich gestehen, dass ich eben etwas irritiert war. Ich bin bisher immer felsenfest davon ausgegangen, dass es das Risotto heißt. Und dann google ich so fröhlich vor mich hin um zu checken, wer mal ein Risotto verbloggt hat und lese immer wieder DER Risotto. Kennt ihr das? Dieser Moment, in dem man denkt, scheiße, bin ich jetzt jahrelang rumgelaufen und habe einen falschen Artikel oder eine Redewendung in unpassenden Situationen benutzt?

Mir geht es ab und zu so. Und gerade jetzt war wieder so ein Moment. Knaller-Intro-Geschichte, was? Machen wir es kurz, laut Duden sind beide Varianten in Ordnung, wobei der Artikel „das“ in Österreich verbreiteter ist. Gut, wäre das geklärt, kann es ja jetzt losgehen mit der richtigen Geschichte zu den Varianten. Achtung, es wird blutig.

#1: Risotto mit Zucchini und Champignons

Der Klassiker, den ihr im Bild oben seht. Präsentiert in der Blogger-Variante, die mir eine gerissene Jeans und einen abgesägten Zeigefinger einbrachte. Aber beginnen wir von vorne: Das Rezept habe ich von Rebecca von Fraeuleinchen. Damals war sie noch ganz ohne Food Blog, kochte aber schon wahsinnig viel und ziemlich gut. Eines Tages hat sie mich in Bochum besucht und ich wollte ihr zu Ehren mal wieder „schnell ein Risotto kochen“. Meine damalige Mitbewohnerin sprach noch den Hinweis aus: „Übrigens, ich habe die Messer geschärft.“ Jaja, Messer geschärft, alles klar, dachte ich mir und säbelte beim Zwiebelschneiden einen Millimeter meines Zeigefingers samt Fingernagel ab. Ich sage euch, die Messer waren scharf und es blutete wie sau. Ich konnte den Finger notdürftig verbinden, da klingelte auch schon Rebecca an der Tür.

Sie machte sich ordentlich über mich lustig als sie meinen Finger sah, nahm das Messer an sich mit den Worten „Mensch Julius, lass mich das mal machen“, und, naaaa, ihr ahnt es, genau, säbelte sich ebenfalls ordentlich in den Finger. Ohne Witz, es war genau die gleiche Stelle. Den Rest des Wochenendes hielten wir dann unsere jeweiligen Zeigefinger hoch, da sie so nicht ganz so stark pochten und schmerzten. Wir waren damals dann auch noch in Düsseldorf in einer Ausstellung und wurden natürlich darauf angesprochen wie wir da so mit unseren Pflaster-Fingerchen standen. Wir hätten darauf ruhig einmal antworten können: „Weitergehen, gehört nicht zum Kunstwerk.“

Okay, soviel dazu, wo war ich. Ach so, das Rezept, beziehungsweise erst einmal die Zutaten.

Zutaten

  • 250 Gramm Risotto-Reis
  • 1 Stück Butter
  • 1 Zwiebel
  • 1 kleine Zucchini
  • 5 Champignons
  • 500 ml Brühe
  • 2 Schluck Weißwein (einer für euch, einer fürs Risotto)
  • Parmesan
  • Salz & Pfeffer
  • Petersilie

Zubereitung

  1. Die Butter in einem Topf erhitzen, eine Zwiebel fein hacken und in der Butter erhitzen.
  2. Den Reis daraufgeben, schnell umrühren, damit nichts am Boden kleben bleibt und mit Weißwein ablöschen.
  3. Einen halben Liter Brühe nach und nach unterrühren. Etwa 20 Minuten bei mittlerer Hitze immer wieder rühren.
  4. In der Zwischenzeit Zucchini und Pilze schneiden und unterrühren.
  5. Salz und Pfeffer dazugeben, Parmesan hobeln und zur Masse geben. Jetzt wird das Ganze sehr klebrig.
  6. Zum Schluss noch die Petersilie hacken und unterrühren. Fertig!

#2: Risotto mit Tomaten und Ricotta

Zur zweiten Variante könnte ich mir jetzt eine Geschichte ausdenken. Oder einfach zugeben, dass ich auf der Suche nach einer Alternative zu der recht kräuterigen ersten war und das Rezept in einem Food-Magazin gefunden habe. Allerdings wandele ich es leicht ab, da ich die Rezeptversion zu wässrig fand beziehungsweise der Reis total zerkocht war, bis es die Konsistenz hatte, die ich mir gewünscht hatte. Höchstwahrscheinlich wurde das Rezept so wie es abgedruckt war, nie zubereitet. So etwas ärgert mich immer.

Zutaten

  • 250 Gramm Risotto-Reis
  • 1 Stück Butter
  • 1 Zwiebel
  • 1 Dose gehackte Tomaten
  • 6 Kirschtomaten
  • 300 ml Brühe
  • Weißwein
  • 100 Gramm Ricotta
  • 50 Gramm Pinienkerne
  • Salz & Pfeffer
  • Basilikum

Zubereitung

  1. Die ersten beiden Schritte wie oben.
  2. Kirschtomaten halbieren und unterrühren. Eine Dose gehackte Tomaten dazugeben und immer wieder rühren, so dass nichts anbrennt.
  3. Statt Parmesan neht ihr Ricotta und gebt ihn hinzu.
  4. Da das Ganze jetzt schon eine fluffige Angelegenheit ist, braucht ihr nicht mehr so viel Brühe wie im ersten Rezept. Es reichen 300 ml. Diese unter ständigem Rühren langsam hinzugeben.
  5. In einer Pfanne die Pinienkerne goldbraun anrösten. Die teuren Freunde abschließend zum Reis geben, Salz und Pfeffer nicht vergessen und mit Basilikum servieren.

#3: Gib mir Fett! Risotto mit Crème Fraîche und Speck

Die letzte Variante sprengt wahrscheinlich jede Kalorien-Tagesempfehlung, ist im Winter aber oft genau das Richtige für mich. Auch hier ist eine Freundin von mir Inspirationsquelle gewesen. Zum Glück gab es beim ersten Kochversuch aber keine Fingerverluste zu beklagen.

Zutaten

  • 250 Gramm Risotto-Reis
  • 1 Stück Butter
  • 1 Zwiebel
  • 1 kleine Zucchini
  • 5 Champignons
  • 400 ml Brühe
  • Weißwein
  • Parmesan
  • 2 Esslöffel Crème Fraîche
  • Salz & Pfeffer
  • Petersilie
  • Sechs Schreiben Speck

Zubereitung

  1. Fast wie unter #1, allerdings mit ein paar fettigen Abwandlungen.
  2. Statt 500 ml Brühe nehmt ihr 400 ml und gebt etwas mehr Weißwein beim Ablöschen hinzu.
  3. Ist die Brühe aufgebraucht, rührt ihr zwei große Esslöffel Cème Fraîche unter den Reis.
  4. Zusätzlich reibt ihr ein Stück Parmesan und gebt es zum Risotto hinzu.
  5. In einer Pfanne den Speck knusprig braten und als Beilage zum Reis reichen.

Und ganz zum Schluss noch die Auflösung, warum mir das Foto oben eine gerissene Jeans bescherte. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, ich will unbedingt ein son mega bloggertypisches Bild haben mit Schälchen vorm Bauch. Da ich aber alleine war, musste ich es mit Stativ machen. Nun bin ich recht groß und hatte keinen Gegenstand, den ich ins Bild stellen konnte um die Schärfe zu ziehen. Also musste die Stuhllehne herhalten. Hätte ich jedoch im Stehen dann die Risotto-Schale auf die Höhe der Lehne gehalten, hinge sie ganz ungalant vor meinem Schritt. Das wäre zwar irgendwie lustig gewesen, aber vermutlich weniger appetitlich. Also bin ich im Spagat immer weiter runter, bis es dieses schlimme Geräusch macht. Nein, kein Kreuzbandriss, aber eine Jeans, die sich verabschiedet.

Merke: Food-Blogger sein wollen ist alles andere als eine einfache Angelegenheit. Und: Das nächste Mal trage ich eine Schlabberbuchse, dann klappt es auch mit den Verränkungen für ein gutes Bild.

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