Follow:
Interior

Greenery für Anfänger: Meine Lieblingspflanzen

Erinnert ihr euch noch an die 70er Jahre? Okay, ich auch nicht. Für einen Kunden musste ich aber neulich mal recherchieren, was man so in den 70er-Jahren getragen hat, welche Trend-Themen es so gab und wie man gewohnt hat. Eine für mich überraschende Erkenntnis: Die hippe Pflanzenschau, die bei Bloggern ja gerne mit den Buzzwords Greenery und Urban Jungle daherkommt, gab es bereits vor 40 Jahren.

Neben Nierentisch und Schlaghose fanden sich in den Wohnungen dieses Jahrzehnts zur Dekoraktion vor allem Pflanzen wie der Gummibaum. Lange war Grünzeug dann aus dem Interior-Bereich gänzlich verschwunden. Allenfalls eine Vase mit einfarbigen Blumen war bis vor Kurzem erlaubt. Meine Wohnung sah auch eher aus wie ein skandinavisches Stillleben. Seit einiger Zeit feiern alte Pflanzen-Sorten ein grünes Comeback: Egal ob Kaktus, Efeutute oder die wildwuchernde Monstera. Man sieht sie einfach überall. Da ich sonst wirklich nicht mit dem grünen Daumen gesegnet bin, habe ich euch mal ein paar Grünlinge zusammengestellt, die bei mir vor einigen Monaten Einzug gehalten haben und sich nach wie vor guter Gesundheit erfreuen. Und wenn ich die Pflanzen nicht tot bekomme, dann ihr garantiert auch nicht.

Atmet tief ein

Die lebenden Grünlinge sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern fungieren auch gleichzeitig als natürliche Klimaanlage. Einige immergrüne Pflanzen wie der Efeu oder der gute alte Bogenhanf filtern die Luft und sorgen so für ein angenehmes Raumklima. Und auch wer nur wenig Platz in seinen vier Wänden hat, kann mit ein paar Kakteen oder einzelnen Stängeln mit großen Blättern tolle grüne Akzente setzen. Der Vorteil vieler alter Sorten: Sie benötigen nur wenig Pflege, geben sich mit gelegentlichem Gießen zufrieden und sind so auch für Anfänger geeignet.

Bogenhanf (Sansevieria): Ein Bogenhanf ist sehr pflegeleicht, robust und unkompliziert. Er liebt es warm, stammt er doch ursprünglich aus der Wüste. Meine Oma hatte einen und ich finde nach wie vor, das ist eine echte Oma-Pflanze. Es gibt ihn in zig Arten. Aufpassen muss man wohl nur auf die Spitzen. Ich hatte meinen online bestellt, was natürlich generell eine total gute Idee ist, besonders bei so seltenen Pflanzen wie einem Bogenhanf, den es ja aonst niiiirgends zu kaufen gibt… Egal, auf jeden Fall sind beim Transport einige Spitzen gebrochen, was der Pflanze wohl gar nicht gut tut. Ansonsten ist sie mega unkompliziert. Alle zwei Wochen mal ein bisschen Wasser, viel Licht und Wärme und gut ist. Ich sollte sie vielleicht mal abstauben, darin bin ich immer etwas nachlässig.

Fensterblatt (Monstera): An ihr kommt aktuell keiner vorbei: Die Monstera ist eine der beliebtesten und meist fotografiertesten Zimmerpflanzen der Welt. Kein Wunder, ihre Blätter mit den großen Aussparungen machen auch wirklich eine tolle Figur. Man sieht sie deshalb mittlerweile fast schon zu oft, nicht nur bei Bloggern, sondern auch bei Modemarken und als Muster auf Tapeten etc. Die Monstera muss immer leicht feucht, aber nicht nass gehalten werden, ist dafür aber genügsam, was das Thema Licht angeht. Direkte Sonne sollte sie nicht abbekommen. Bei guter Pflege wächst sie sehr schnell und wird riesig, kann aber problemlos zurückgeschnitten werden. Bei mir steht sie im Wohnzimmer mit einem Fenster in Richtung Osten. So bekommt sie morgens ein gutes Stündchen direkte Sonne, worüber sie sich noch nicht beschwert hat. Wer im Gartencenter ein Fensterblatt sucht, sollte nicht nach Philodendron fragen. Mit ihr wird die Kletterpflanze oft verwechselt.

Ufopflanze (Pilea peperomioides): Die Ufopflanze ist allein wegen ihres Namens für mich eine Wucht. Sie wird laut Wikipedia auch Glückstaler, Geldbaum, Elefantenohr, Missionarspflanze und Bauchnabelpflanze genannt. Wie auch immer, sie sieht lustig aus und grünt bei mir auf meinem Küchentisch vor sich hin. Die Ufopflanze kommt ursprünglich aus China und verbeitet sich durch Ableger. Was super ist, da man diese einfach vorsichtig aus dem Topf nehmen kann und zu neuen Pflanzen hochzüchten. Mit der Zeit wird der Stängel in der Mitte der Pflanze zu einem richtigen kleinen Stamm. Bei mir steht die Pflanze an einem schattingen Ort, was ihr anscheinend nichts ausmacht. Ich gieße sie ein Mal in der Woche.

Efeutute (Epipremnum aureum): Sie hat nicht nur einen wohlklingenden Namen, sondern wird auch in meinem Freundeskreis immer beliebter. Der Kletterpflanze kann man bei guter Pflege sprichwörtlich beim Wachsen zusehen. Ich habe sie sowohl in meinem Büro als auch zu Hause hängend und über Möbel rankend arrangiert. Allerdings ist sie giftig. Hund, Katze und Kinder haben in ihrer Nähe nichts zu suchen. Ihre hellgrün gefärbten Blätter weisen oft eine unregelmäßige, gefleckte Musterung auf. Die Efeutute mag es halbschattig und feucht, aber nicht zu feucht. Staunässe führt bei ihr zum Absterben der Wurzeln. Und wenn ihr denkt, ihr habt die Pflanze umgebracht: Schneidet mal alle Blätter ab und stutzt sie zurecht. Ich habe so ein Exemplar innerhalb von nur wenigen Monaten wieder zum Leben erweckt. Innerhalb von nur zwei Monaten sind 14 neue Blätter an der totgegelaubten Efeutute gewachsen.Glücksfeder Brauchen kaum Wasser: KakteenMag es luftfeucht, der Pfeilwurz

Glücksfeder (Zamioculcas zamiifolia): Und noch ein Kandidat, der echt mega anspruchslos ist und jeden Greenery-Anfänger mit Wachstum ohne Ende belohnt. Die Glücksfeder oder ZZ-Pflanze, stammt aus den Tropen und kann zu einem ganz schönen Oschi werden. Meine ist mittlerweile nach gut zwei Jahren knapp einen Meter hoch. Auch wenn es so aussieht, ich habe die Blätter vor dem Fotografieren weder poliert, noch mit Blitz fotografiert, sie sind einfach sehr glänzend – und das, obwohl sie bei mir ganz schön zugestaubt ist. Shame on me. Aber, ihr seht, macht der guten ZZ-Pflanze anscheinend nichts. Ich hatte sie erst auf dem Fensterbrett in der Küche stehen. Da dort das Fenster zum Süden hin zeigt und ich gelesen hatte, dass sie pralle Mittagssonne gerade im Sommer nicht gut abkann, hab ich sie auf ein schattigeres Sideboard verfrachtet. Ich gieße sie so alle zwei Wochen mal. Mehr scheint sie nicht zu brauchen. Da sie schnell wächst, sollte sie vermutlich auch umgepflanzt werden. Öhm, das habe ich noch nie gemacht. Stattdessen habe ich die Pflanze mit Bambusstäben und durch Zusammenbinden stabilisiert.

Kakteen (Cactaceae): Okay, jetzt wird es langsam albern. Kakteengewächse muss man nun wirklich niemandem erklären. Also, machen wir es kurz. Ich habe sie jahrelang immer alle zum Glibbern gebracht. Schuld war meine Ungläubigkeit. Ja, die brauchen alle einfach ungefähr nie Wasser. Alle drei Monate mal ein paar Tropfen reichen Kakteen anscheinend wirklich. Wer hier jede Woche mit der Gießkanne anrückt, weil er denkt, es ist so heiß, die MÜSSEN einfach auch Durst haben, liegt falsch. Nix, trocken, warm, sonnig. Bumms aus, fertig. Nur etwas düngen kann man sie wohl ab und zu im Sommer. Auch das vernachlässige ich sträflich, ohne das sie mir böse sind.

 

Pfeilwurz (Maranta leuconeura): Diese Pflanze habe ich aus dem holländischem Haarlem nach Bochum geschleppt. Ich wusste lange Zeit gar nicht, was das für eine Art ist, bis mir einfiel, dass es bei Google ja auch die Bildersuche gibt. Also Foto gemacht, hochgeladen und herausgefunden, dass ich einen Pfeilwurz besitze. Es gibt wohl 43 verschiedene Arten. Ich habe eine Maranta leuconeura, wenn mich nicht alles täuscht. Zu meinem Erstuanen habe ich die Pflanze wochenlang falsch gepflegt, wirklich übel genommen hat sie es mir nicht. Die Pflanze hat ein ziemlich fanciges Feature und zwar dreht sie die Blätter je nach Tageszeit um. Ich habe sie nur fürs Foto ans Fenster gestellt, eigentlich steht sie an einem halb-schattigen Plätzchen zwischen ein paar anderen Pflanzen. Bei praller Sonne trocknen die Blätter aus. Der Pfeilwurz stammt aus Brasilien und ist ein Fan von hoher Luftfeuchtigkeit. Ich sprühe sie daher morgens und abends einmal mit einer Sprühflasche ein und gieße sie mehrmals die Woche mit wenig Wasser.

So, ich hoffe, ich habe hier keinen allzu großen Blödsinn geschrieben. Falls ihr Fehler gefunden oder ein größeres Wissen über die richtige Pflege habt, schreibt mir gerne. Ich möchte ja lange etwas von ihnen haben. Wie gesagt, ich bin eigentlich jemand, der immer behauptet hat, Pflanzen kann ich nicht. Zumindest mit den vorgestellten grünen Freunden lebt es sich aber ganz harmonisch.

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Share on
Previous Post Next Post

8 Comments

  • Reply Marion Lehwald

    Ich habe mich mit Zimmerpflanzen auch immer schwer getan….Aber bei deiner Blumenauswahl bin ich ganz dabei. Viele von denen „wohnen“ auch bei mir neuerdings. Deinen Blog finde ich übrigens echt cool. Liebe Grüße aus Gladbeck

    24. August 2017 at 12:18
    • Reply ruhrwohl

      Hallo Marion,
      vielen lieben Dank für deinen Kommentar 🙂 Ich habe hier auch einfach mal verheimlicht, welche Pflanzen ich in den letzten Monaten umgebracht habe 😉 Darunter war zum Beispiel eine kleine Banane. Das hat mir sehr weh getan, da ich mir echt vorgenommen hatte, sie gut zu pflegen. Wahrscheinlich war ich da übereifrig.

      24. August 2017 at 12:32
  • Reply Frau Mirtana

    Ich habe auch immer geglaubt, ich hätte einen braunen bis tiefschwarzen Daumen. Mittlerweile beweist das viele Grünzeug in unserer Wohnung das Gegenteil. Am meisten beeindruckt bin ich ja nach wie vor von dem Weihnachtsstern, gekauft 2011, der immer noch lebt. Und mittlerweile zu einem halben Baum hochgewachsen ist. Bogenhanf, Glücksfeder und diverse Kakteen wohnen auch bei mir. Ansonsten finde ich Dieffenbachien und Efeu schön. Und für pflegeleicht und Anfänger: Grünlilien! Wuchert und vermehrt sich als bekäme es Geld dafür, sieht hübsch aus und ist nicht tot zu kriegen 🙂

    Liebe Grüße,
    Mirtana

    P.S.: Ach guck, da sind es schon zwei Gladbecker Fans 😉

    24. August 2017 at 13:01
    • Reply ruhrwohl

      Grünlilien, notiert 🙂 Efeu habe ich auch, wie man auf dem einen Bild ja so in Ansätzen sieht. Wuchert genauso fleißig, so dass ich es schon zwei Mal gekürzt habe.

      24. August 2017 at 13:20
  • Reply Haydee

    Jaaaa… ich erinnere mich an die 70er 🙂 Ich bin halt schon alt. Allerdings noch besser an die 80er und da kam man an Zimmerpflanzen auch nicht vorbei. Mein (Kinder)Zimmer stand damals VOLL!
    Vielleicht auch ein Grund, warum ich Pflanzen mittlerweile lieber draussen als drinnen sehe. Naja und weil ich einfach in der Wohnung zu wenig Platz habe. Bzw.gerne noch etwas freien Raum habe, statt Urwald. Ich finde das bei anderen immer total toll. Bei mir merkwürdiger Weise nicht. Aber so gehts mir mit vielem….

    25. August 2017 at 8:20
  • Reply Susanne

    Meine Oma hatte auch Bogenhanf.
    Jetzt habe ich auch einen, als Erinnerung an sie.
    Die Ufopflanze heisst hier in Holland Pfannkuchen-Planze.
    Viele Grüsse aus Venlo, Susanne

    25. August 2017 at 12:50
  • Reply Tine

    Da ist ja auch meine Blume ♥
    Echt schöner Artikel und für jemanden wie mich, der nicht so Blumen professionell ist, sehr informativ. 🙂

    26. August 2017 at 11:07
    • Reply ruhrwohl

      Ha, du hast sie erkannt ❤ Viele liebe Grüße und Danke für deine Worte 🙂

      26. August 2017 at 18:47

    Leave a Reply