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Deep Shit

„Fünf Fragen am Fünften“ – Monat Januar

Hochgrat im Allgäu

Keinen Bock auf gute Vorsätze, Sport, Ernährungsumstellung oder die Steuererklärung? Ich auch nicht. Und deshalb gibt es jetzt hier meine Antworten auf Nics „Fünf Fragen am Fünften“-Aktion.

Am Anfang des Jahres ist es bei mir oft sehr ruhig. Ich hab fast immer frei, genieße die Zeit, räume die Weihnachtsdeko in den Keller, putze die Wohnung und gehe alles sehr langsam und gemütlich an. Auch in Sachen Blog ist gerade alles auf Sparflamme. Als ich dann bei Nic die neue Monatskolumne gesehen habe, packte mich allerdings die Schreiblust. Denn nach dem Rückblick auf das Jahr 2017 hatte ich wenig Bock, auch noch einen Blogpost zu meinen Vorsätzen für das Jahr 2018 zu schreiben. Zumal ich im Urlaub ein Spiel gespielt habe, bei dem es genau darum ging, das vergangene Jahr zu beurteilen und seine Ziele und Wünsche für die nächsten 12 Monate zu benennen. Kurz gesagt, reicht, ne.

Gut, dass da Nics Kolumne kein „Was da so im Januar kommt“-Ding ist, sondern aus fünf Fragen besteht, die total „random“ sind. Und das meine ich im positiven Sinne. Da mache ich doch jetzt aus der Laune heraus einfach mal mit. Bitteschön, hier meine Antworten auf #fünffragenamfünften.

1. Wann hast du das letzte Mal einen verrückten Traum gehabt?

Ich träume eigentlich in jeder Nacht, wache auf, erinnere mich ein paar Minuten daran, was da in der Nacht in meinem Unterbewusstsein so los war und vergesse die Träume dann. Ziemlich doof, denn voll oft kann ich in den Träumen fliegen. (Siehe hierzu auch Frage 5) Eine zeitlang habe ich mir die wildesten Dinge in den Notizen im Handy aufgeschrieben. Und da blieben sie dann auch. Ich dachte, es wäre cool, sich die dann von Zeit zu Zeit noch einmal anzuschauen. Habe ich aber nie gemacht. Aus diesem Grund habe ich das mit dem Aufschreiben dann auch schnell wieder gelassen.

Es war halt kalt und windig, da kann man auch im wunderschönen Allgäu nicht fröhlicher gucken…

2. Bist du heute so, wie du es dir mit 16 vorgestellt hast?

Nö, ganz und gar nicht. Mit 16 hatte ich nicht so wirklich eine Vorstellung, wie ich mich die nächsten 16 Jahre entwickle und zu welchem Mensch ich werde. Vom heutigen Standpunkt aus wundere ich mich sogar. Ich arbeite in der PR, lebe im Ruhrgebiet und habe kein Auto. Drei Dinge, die ich mir nie hätte träumen lassen. PR und Werbung fand ich doof, ich war mit 16 eher so unterwegs, dass ich viele Romane gelesen habe und alles hinterfragen musste. Da war mir das vermeintlich Oberflächliche viel zu blöd. Heute weiß ich, wie oberflächlich ich selbst gedacht habe. Denn mein Job ist nicht nur oft abwechslungsreich und schön, sondern teilweise auch komplex und strategisch.

Das Ruhrgebiet kannte ich von einer Klassenfahrt und dachte mit 16: „Oh Gott, gut, dass ich da nie wohnen muss.“ Ich wollte immer nach Köln oder Münster ziehen nach dem Studium. Tja, zehn Jahre später bin ich durch einen Zufall hier gelandet und habe festgestellt, dass ich mit 16 einfach eine falsche Vorstellung davon hatte.

Und auch was das Thema Mobilität angeht, lebe ich heute ganz anders, als ich es mir mit 16 vorgestellt habe: Ich habe gar kein Auto! Krass, was. Ich gehe zu Fuß, fahre viel Bahn und wenn es mich überkommt, schwinge ich mich sogar aufs Rad.

Ach so, außerdem dachte ich natürlich mit 16 Jahren, ich wäre im Jahr 2018 reich, berühmt, unglaublich gutaussehend und hätte drei Bestseller geschrieben. warum das nicht geklappt hat, weiß ich auch nicht so genau.

3. Gibt es etwas, das du am alt werden richtig gut findest?

Älter werden bringt eine ganze Menge Vorteile. Zum einen stellt man fest, dass man im Job ernst genommen wird, was mit Anfang 20 meist nicht der Fall ist. Zudem verdient man sein eigenes Geld und kann sich schöne Dinge leisten oder in einem Kaffee einfach mal drei Stücke Torte essen, ohne danach vier Wochen sparen zu müssen. Ach Mist, schon wieder viel zu materiell an die Frage rangegangen. Also gut, ich schreib auch noch was zu meinen Gefühlen… Ihr wolltet es doch so, gebt es zu. Also, geht man auf die Gefühlsebene, ist älter werden vor allem deshalb toll, weil man ruhiger wird und den kleinen und großen Katastrophen im Leben sehr viel gelassener begegnet. Wenn ich denke, wie heftig ich noch vor zehn Jahren auf bestimmte Kleinigkeiten reagiert habe und wie unzufrieden ich teilweise mit mir selbst war, kann ich das aus heutiger Sicht fast schon gar nicht mehr glauben, was für ein Hitzkopf ich war. Bis vor einiger Zeit wusste ich auch immer nicht, was es bedeutet, wenn ältere Menschen mir geraten haben, mich „nicht so aufzuregen“ oder mich“ nicht in etwas hineinzusteigern“. Häh? Wie soll das denn gehen, ich bestimme doch gar nicht, das ich mich aufrege, die anderen blöden Leute sind doch Schuld an meiner Wut… Ja, ziemlich dämlich diese Sicht, ich weiß. Heute denke ich mir selbst oft: „Da könnte ich mich jetzt mega drüber aufregen, oder einfach weitermachen und lächeln.“ Ist sehr oft die bessere Alternative. Wie genau das allerdings funktioniert, weiß ich auch nicht. Vielleicht liegt es daran, dass man doch aus seinen Erfahrungen lernt und nicht so kurzfristig denkt wie früher.

Berg Hochgrat im Schnee

Auch den steilsten Berg kommt man hoch. Man braucht nur gutes Schuhwerk und Geduld.

4. Welcher Geruch verursacht bei dir Kindheitserinnerungen?

Ganz klar, Waffelgeruch und im Winter der Geruch von Grünkohl. Und jetzt alle so beim zweiten: „Bah!“ Außerdem der Geruch von Pfannkuchen. Let me explain… In meiner Kindheit hat meine Mutter gefühlt jedes zweite Wochenende das Waffeleisen hervorgekramt und für uns nachmittags schnell ein paar frische Waffeln gebacken. Also gefühlt, wie gesagt, wahrscheinlich war nur alle zwei Monate Waffeltime. Ich habe deshalb auf jeden Fall nie irgendwo Waffeln gekauft. Im Studium hatte ich dann eine Phase, in der ich dachte, ich könnte einfach fertige Eierwaffeln im Supermarkt kaufen, um die sehr positiven Kindheitserinnerungen wieder zu bekommen. Na ja, klappt nicht, denn bei Waffeln ist es ja immer so, dass sie beim Backen besser riechen als sie dann nachher schmecken. Und Fetigwaffeln schmecken einfach nur ganz okay und riechen wenig. Ihr wisst was ich meine.

Ähnlich ging es mir im Winter mit diversen Eintöpfen. Besonders Grünkohl fand ich super, selbst den doch recht intensiven Geruch, der beim Kochen entsteht. Und schließlich ist es der Geruch von Pfannkuchen. Ich glaube, wir sind die einzige Familie, die auf ihre Pfannkuchen statt Zimt und Zucker immer Quark getan hat.

Blick in die Allgäuer Alpen

Wer oben steht, kann runtergucken. Und erlangt einen ganz neuen Blickwinkel.

5. Welche übernatürliche Superkraft hättest du gern?

Ich würde gerne fliegen können. Ich beneide Vögel immer sehr. Wenn es ihnen zu bunt wird, hauen sie einfach ab. Und im usseligen deutschen Herbst fliegen sie einfach mal in den Süden. Wie unfair! Da sitzt man dann als Mensch in der Kälte und Dunkelheit, muss sich den Dezember auf einem Weihnachtsmarkt schönsaufen und die Vögel machen im Süden fett Party. Obwohl das wahrscheinlich eine reichlich romantisierte Vorstellung ist, denn bis man mal in Süditalien oder Spanien oder auf dem afrikanischen Kontinent ankommt, vergehen dann ja doch einige Flugstunden.

Falls ich mal irgendwann durch ein Wunder oder die Technik tatsächlich fliegen können sollte, würde ich das auf jeden Fall auch gerne nutzen, um mal den Kopf frei zu bekommen. Ich merke, dass mir das schon gut gelingt, wenn ich hier im Pott auf eine Halde steige oder auf einen Berg im Allgäu. Von oben relativieren sich die Dinge eben immer schnell. Man merkt, wie klein doch die Welt ist und schwebt einfach über den Dingen. Und hoch oben weht oft eine steife Brise, die den Kopf kräftig durchpustet. Auch ziemlich genial.

Außerdem müsste ich mir dann keine Drohne kaufen, um geile Landschaftsaufnahmen aus der Luft machen zu können. Also dieses Fliegen hätte echt große Vorteile.


Die Bilder in diesem Blogpost stammen aus meinem Allgäu-Urlaub Ende Dezember und Anfang Januar. Wir waren auf dem Berg Hochgrat in Oberstaufen und am Großen Alpsee in der Nähe von Immenstadt. 

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5 Comments

  • Reply Vanessa

    Warum das mit den Bestsellern nicht geklappt hat, kann ich mir aber auch nicht erklären! Weder bei dir noch bei mir. Obwohl ich es bei mir ja immer darauf schiebe, dass ich so eine Idee mit einem Jungen hatte der ein Zauberer war und da kam einfach eine andere Frau und hat….naja, lange und traurige Geschichte. Schön, dass du die 5 Fragen beatwortet hast und ich jetzt nicht mehr der einzige geoutete Grünkohlliebhaber im Internet bin. Liebe Grüße, Vanessa

    6. Januar 2018 at 19:10
    • Reply Julius

      ♥ Grünkohl geht immer. Und das mit dem Zauberer. Pff…, ist doch alles nur geklaut von der ollen JK.

      6. Januar 2018 at 19:36
  • Reply miriam

    Oh, das mit der Drohne verstehe ich nur zu gut. Und kann ich einfach mal sagen, wie sehr ich es liebe, dass du die Kategorie „Deep Shit“ genannt hast? So schön direkt und nicht gewollt hipsterig. <3

    7. Januar 2018 at 15:38
    • Reply Julius

      Oh, vielen Dank! Einen auf Hipster machen sollte ich auch lassen, das würde mir nun wirklich niemand abkaufen.

      7. Januar 2018 at 18:46
  • Reply Nic {luzia pimpinella}

    Sehr cool, dass du mitmachst, Julius! Ich fand deine Antworten enorm spannend.

    Zitat „Bis vor einiger Zeit wusste ich auch immer nicht, was es bedeutet, wenn ältere Menschen mir geraten haben, mich „nicht so aufzuregen“ oder mich“ nicht in etwas hineinzusteigern“. Häh? Wie soll das denn gehen, ich bestimme doch gar nicht, das ich mich aufrege, die anderen blöden Leute sind doch Schuld an meiner Wut…“

    Da weiß ich übrigens ganz genau was du meinst. Ich war früher total explosiv… mit meinem heutigen ich hat das – zumindest in der Eigenschaft – nicht mehr viel zu tun.

    Ich hoffe, du bist im Februar auch dabei, die Fragen sind im aktuellen Post schon online… 😉

    Viele liebe Grüße
    Nic

    8. Januar 2018 at 11:11
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